„Verwaltungsmäßige Steuerung der Stadt personell erneuern“

Beate Stallmeister, Werner Braukmann, Bernd Belecke und Sascha Clasen wünschen sich für ihre Ideen und Konzepte eine starke Wählerunterstützung.

30-jährige WAL sieht Tourismus für Warstein als große Chance / Stadt begrünen

Die Warsteiner Liste wird 30. Runder Geburtstag oder Jubiläum? „Für uns ist das ein Jubiläum“, erklärt Werner Braukmann. Eine Gelegenheit, auf die jüngere Geschichte zurückzublicken und die politische Entwicklung zu bewerten. Die Konfrontationsstimmung von einst ist einer Situation gewichen, in der es im Rat die ganz großen Diskrepanzen nicht mehr gibt. Warum? Braukmann: „Die Kommunen stehen unter großem Problemdruck, es gibt geringere Handlungsmöglichkeiten.“ Aber: Die 2009 mit drei Ratsmandaten erfolgreiche Kombination aus WAL und „Grüner Jugend“ wünscht sich eine Stärkung durch die Wähler. „Wir treten ein für vernünftige Politik ausgerichtet am Gemeinwohl der Stadt“, formuliert Fraktionsvorsitzender Bernd Belecke staatstragend.

 

Mit dem in den vergangenen fünf Jahren politisch Erreichten sind WAL und Grüne Jugend gar nicht einmal unzufrieden. Der Planung des Geschäftszentrums am Hotel Bergenthal sei zwar ein Zickzackkurs voraus gegangen und es sei bedauerlich gewesen, dass ein paar Jahre verloren gewesen seien, aber immerhin sei man nun auf dem richtigen Weg. „Einkaufen im Zentrum statt Einkaufszentrum“, formuliert Bernd Belecke ein altes WAL-Motto. Mit dem „grundsätzlichen Wandel“ in der Politik hin zu „Wasser vor Steine“ ist die WAL sehr zufrieden. „Die Zeit des Lobbyismus ist vorbei“, sagt Werner Braukmann. Sascha Clasen lobt die starke Verschiebung auf verschiedenen Ebenen hin zu bürgerschaftlichem Engagement wie etwa im Bilsteintal. Das sei sehr positiv, auch wenn man beachten müsse, dass die Stadt nicht überall aus der Pflicht entlassen werden dürfe. Gute Lösungen habe es für die Schulen gegeben: Die Zusammenführung der Warsteiner Grundschulen am Standort Hauptschule sei nahezu ideal, ebenso die Entwicklungen des Schulzentrums Belecke. Und natürlich die „Theateraula – Schulaula – Neue Aula“, wie immer sie in Zukunft heißen mag.

 

Der Tourismus ist für WAL und Grüne Jugend für die Zukunft der Trumpf Warsteins. „Man muss auf die Landkarte schauen: Warstein ist ein grüner Fleck, den man selten in so einer Qualität hat“, ist Werner Braukmann aufgefallen. Hier sei Entwicklungspotenzial längst nicht ausgeschöpft. „Da kann noch vieles gehoben werden.“ Dass eine Menge möglich sei, auch in der Gastronomie, sehe man in der Entwicklung der Waldwirtschaft. Allerdings gehe dies nicht ohne eine „klare Linie“ im Stadtmarketing. Die WAL will intensiv daran mitarbeiten, diese zu finden, schließlich gebe es schon jetzt viele Akteure, die in dieser Hinsicht Positives leisten.

 

Windkraftnutzung im Wald kann aus WAL-Sicht hier allerdings kontraproduktiv sein. Dennoch sei das, was an Potenzial möglich ist, beim Ausbau regenerativer Energien zu erschließen.

 

„Warten auf die Umgehung“ werde auch in den nächsten Jahren das Motto sein. Aber eine Kürzung oder gar ein Verzicht auf den Tunnel will die WAL nicht. Eine „Schlucht“ hinterm Salzbörnchen: „Wenn das käme, steht Warstein Kopf“, sagt Bernd Belecke. Braukmann: „Wir in Warstein haben schon das Recht auf die Ausgaben für einen Tunnel – wie etwa in Arnsberg oder Olsberg.“

 

Ganz wichtig für 2015: „Wir müssen die verwaltungsmäßige Steuerung der Stadt personell erneuern!“ Kämmerer und Bürgermeister seien zu ersetzen – und, je nach Qualifikation des neuen Verwaltungschefs, werde auch ein Fachmann in Stadtentwicklung benötigt.

 

In der Innenstadt müssen aus WAL-Sicht neue Bäume gepflanzt werden. Beate Stallmeister tritt für die Finanzierung der Schulsozialarbeit und für verstärkte Jugendarbeit ein. „Wenn man hier investiert, kann man in Zukunft viel Geld sparen“, so ist ihre Überzeugung.

 

Großes WAL-Motto bleibt auch in Zukunft: „Auf der Hut sein!“ Beim Steinabbau in die Tiefe und beim Thema Fracking.

15.05.14



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