Die einzelnen Beiträge:
Lange nichts geschrieben ...
Lange nichts geschrieben ... Dabei passiert so viel und vieles bleibt so unwidersprochen im Raum stehen! Aber es ist halt oft auch zu viel zu tun! Dauernd meint wer, man könne doch "mal eben" ... - mal eben den X. anrufen, mal eben bei Y. zusammenkommen, um was zu besprechen, mal eben das Papier z fertigmachen. Mal sehen, ob ich nicht "mal eben" wieder kurz was in diesem Tagebuch schreiben könnte ...
"sturzpräventiv"
Wir kennen die Begriffe "hackevoll", "stockdoof" oder "sturzbetrunken" - aber "sturzpräventiv"?! Mehr als präventiv? Hyper-, super-, mega-präventiv?
Nein, vermutlich ist es so nicht gemeint, wir sind ja im Land der LWL-Klinik, die so ein ganz besonderes, bürokratisches Verhältnis zur Sprache pflegt. Da geht es immer mehr darum, wie's gemeint ist, und nicht, wie's klingt. Und ständig wird der Begriff geändert: von der Heilanstalt ("Anstalt", "Heila"), über die Psychiatrie, über WKP, WKPP, WK-etc.-pp ... zum aussagekräftigen Begriff: LWL-Klinik. LWL! Und immer wieder mussten die Schilder und die Stempel und das Briefpapier ausgetauscht werden, alles wegen der "correctness" bzw. der institutionellen Eitelkeit.
Wie schön und unverwechselbar wäre es doch gewesen, die Klinik einfach, nach dem Vorbild der Lungenheilstätte, "Stillenberg" zu nennen.
Aber "sturzpräventive Einrichtung" ...! 1.9.10 WB
Zentrale Erreichbarkeit

- (Bild: F. Sommaruga - pixelio)
Da hat die Post, genauer: die Zentrale Kundenbetreuung, doch tatsächlich geantwortet - siehe: "Ach ja, die Post ...":
"... Sie fragen uns, warum unsere Filialen telefonisch nicht erreichbar sind. Gerne geben wir Ihnen dazu eine kurze Erläuterung:
Die telefonische Erreichbarkeit unserer Filialen konnten wir wegen der unterschiedlichen Öffnungszeiten oft über viele Stunden des Tages nicht sicherstellen. Zudem möchten wir natürlich die vor den Schaltern wartenden Kunden zügig bedienen. Andererseits wurden die Telefongespräche der Filial-Mitarbeiter von unseren wartenden Kunden als störend empfunden.
Unser Unternehmen hat sich aus den genannten Gründen für eine zentrale Erreichbarkeit unter der Service-Rufnummer 02180 2 3333 (6 Cent je Verbindung aus den deutschen Festnetzen; maximal 42 Cent je angefangene 60 Sek. aus den deutschen Mobilfunknetzen) entschieden.
Wir freuen uns, wenn wir mit dieser Information Ihr Verständnis für unsere Entscheidung finden
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Dombrowski (Kundenservice BRIEF)
*
Jetzt wissen wir warum's der Warsteiner Geschäftswelt so schlecht geht: Die sind noch telefonisch erreichbar ...
W. B. 29.3.2010
Haushaltskonsolidierung à la Münchhausen: Sparen, ohne weniger Geld auszugeben!
Zwei lange Schreiben von Alexa Senger-Tetzlaff in der Zeitung. Der Rat hat seine Sparpolitik verschärft, die heftigen Klagen ob der harten Schnitte waren zu erwarten. Was die Vorsitzende des Stadtsportverbandes nun schreibt, ist weitgehend verständlich und zutreffend - aber man zuckt nur die Achseln und sagt sich: Es bleibt doch keine Alternative! Wir sind pleite! Eigentlich muss noch viel mehr gespart werden!
Aber drei Anmerkungen können wir uns doch nicht ersparen:
- Diejenigen, die die Sparpolitik beklagen (und das werden in Zukunft noch mehr werden!), beteuern zwar stets, um die Haushaltslage zu wissen und die Notwendigkeit des Sparens zu akzeptieren, aber sie fordern gleichwohl, dass - sonst würden sie ja nicht schreiben - in ihrem Bereich, zumindest in betroffenen Teilbereichen, nicht gespart werden möge. Tenor: "Wir wissen, dass gespart werden muss, aber hier werden Strukturen zerstört!" - Ja, was denn nun: Soll nicht gespart werden? Bzw. wo sonst? Klar wird was "zerstört"!
- Es ist immer von Investitionen die Rede: Investitionen in die Zukunft, in die Lebensqualität einer Stadt, in die Jugend. Aber Investition ist zunächst mal nur eine Geldausgabe, die sich finanziell auszahlt: Ein Unternehmen investiert in eine neue Produktionsanlage, um günstiger fertigen zu können oder schneller, damit Konkurrenzvorteile zu haben, somit (wahrscheinlich) höhere Umsätze und damit mehr Gewinn. Wenn ein Unternehmer sich eine neue Mittelmeeryacht anschafft, ist das keine Investition, sondern Konsum (nur indirekt möglicherweise eine Investition in Ansehen). Somit kann als Investition einer Kommune, die ja nun keine Geschäfte betreiben darf wie ein Maschinenbauer oder eine Beratungsgesellschaft, ein Bäcker oder eine Bank, nur eine Geldausgabe angesehen werden, die z. B. die Ansiedlung von Unternehmen befördert (und damit die Gewerbesteuereinnahmen steigert). Alles andere ist nicht Investition, sondern Konsum, also es bringt der Stadt nicht mehr Geld, ist also ausgegeben, weg. Nur in übertragenem Sinne ist eine Ausgabe für Jugendzentren, Sportanlagen oder Kultureinrichtungen eine "Investition" - ich "investiere" in Jugendarbeit, also ich fördere die Jugend, ich verhindere ein wenig, dass Jugendliche in einer öden Umwelt möglicherweise auf die schiefe Bahn geraten.* In diesem Verständnis von Investition wird aber alles zur Investition, alles ist irgendwie zu irgendwas dienlich, auch das x-te Gutachten zur Erstellung eines Fremdenverkehrsförderungskonzepts. Womit wir zur dritten Anmerkung kommen, dem ewigen Ruf nach ...
- ... Konzepten. Wieso darf man nur nach Konzepten sparen? Wieso wird an der Sparpolitik kritisiert, dass ein Konzept fehle? Irgendwie ist, vor allem für SPD- bzw. Weber-Politik, das "Konzept" zum politischen Zauberwort geworden. "Ich kann nicht zustimmen, da fehlt ein Konzept!" "Meine Fraktion fordert ein Wasserschutzkonzept!" usw. Man hat den Eindruck, man sagt Konzept, um unbequeme Politik hinauszuzögern, die Verantwortung abwälzen zu können bzw. notwendige Maßnahmen gänzlich zu verhindern ...
* Und was ist die unverantwortlichste "Jugendarbeit": der nachfolgenden Generation ein Riesenhaufen Schulden zu hinterlassen!
PS Na gut, der Vergleich zu Münchhausen hinkt ziemlich ...
W. Braukmann 28/3/2010
Ach ja, die Post ...

- (Foto: R. Sturm - pixelio)
Die Post ist ja eigentlich eine Einrichtung für Kommunikation, nicht wahr?! Aber versuchen Sie sie mal zu erreichen, telefonisch! Nun ...? Sehen sie: Geht nicht: Die kann man nicht telefonisch erreichen! Also jedenfalls nicht als Normalverbraucher/in. Höchstens in langen Warteschleifen über Bangladesch oder so, und dann sicher nicht direkt. Privat werden die da durchaus Geheimnummern haben, steht zu vermuten, aber wenn unsereins sich mal melden möchte, um z. B. den fehlenden "Spiegel" - wie mir jetzt geschehen - anzumerken - dann ist da keine Post. Und wenn, dann Warteschlangen, dürftige Öffnungszeiten und gelbe Diskretionsstreifen im engen Kio-Gehäuse ... Nein, danke!
Ok, versuchen wir's per Internet. "Post Warstein" googeln. und dann - tatsächlich: Es öffnet sich ein "Kontaktformular", indem Sie erstmal viel eingeben müssen und man verspricht Ihnen sodann, dass diese Nachricht an die Warsteiner Post weitergereicht wird. Von wo? Aus Holland oder so ... Das sieht dann so aus:
Dies ist ein Kontaktformular der Firma S.C. CYLEX TEHNOLOGIA INFORMATIEI INTERNATIONAL S.N.C.
Kontakt zu: Post Warstein - Deutsche Post AG
Dieser Service wird von der Firma S.C. CYLEX TEHNOLOGIA INFORMATIEI INTERNATIONAL S.N.C. zur Verfügung gestellt und versendet Ihre Nachricht an: POST WARSTEIN - DEUTSCHE POST AG.
Haben Sie eine Nachricht an Post Warstein - Deutsche Post AG ? Kritik oder Verbesserungsvorschläge? Oder möchten Sie Informationsmaterial zugesendet bekommen?
Bitte schreiben Sie an Post Warstein - Deutsche Post AG ! Füllen Sie dazu bitte mindestens die gekennzeichneten Felder aus:
.............................
Ich bin auf eine Antwort gespannt ... Werner Braukmann
Muss die Stadt Brühne beim Steinebrechen im Grundwasser auch noch unterstützen?
Aus einem Brühne-Schreiben an die BG:
"... besteht bereits ein historischer Pachtvertrag, der letztmalig im Jahr 2003 per Ratsbeschluss erweitert wurde. Auch im Falle einer nur gerichtlich durchsetzbaren Kündigung würde dem Antrag der Fa. Brühne auf Abbau im Grundwasser hierdurch sicher 'kein Riegel vorgeschoben'. Im Übrigen hat sich die Stadt Warstein vertraglich verpflichtet, die Fa. Brühne bei einem solchen Vorhaben zu unterstützen."
Laut der jüngsten - merkwürdig Steinbruch-freundlichen - SPD-Presseverlautbarung steht im Vertrag:
"In einem zukünftigen Wasserschutzgebietverfahren werden die Vertragsparteien auch die Interessen des Vertragspartners in angemessener Weise berücksichtigen. Sofern Steinbruchunternehmen wegen einer Einwirkung auf das Grundwasser eine Bewilligung/Erlaubnis nach dem Wasserhaushaltsgesetz beantragen sollten, wird sich die Stadt für die Erteilung einer solchen Bewilligung oder Erlaubnis einsetzen, sofern nicht zwingende gesetzliche Gründe dem entgegenstehen."
Erlaubt diese Formulierung die folgende Auslegung von Gerd Flaig?:
"Auch wenn ein Abbau im Grundwasser beantragt wird, muss die Stadt das laut Vertrag unterstützen."
W. B., 8. Nov. 2009
Herz oder Kopf? Am Tag nach der Wahl
Wir lieben Asterix, Obelix und ihre Dorfgenossen, wenn sie sich eigensinnig und mannhaft gegen die römischen Eindringlinge wehren. Aber es fällt schwerer, sich für die - zaubertrankgestärkten? - Warsteinerinnen und Warsteiner zu begeistern, wenn sie bonum Gödde gegen malum Maatz verteidigen. Aber vielleicht haben wir das - ich lass mir den grundsätzlichen Glauben an das Gute im Menschen, auch im Warsteiner und der Warsteinerin nicht rauben - so zu verstehen: Man hat mit Gefühl gewählt! Mit Herz, weniger mit Verstand. Verstand ist ein kostbares Gut, und Warstein ist bekanntlich eine Nothaushaltsgemeinde ... Man hat es gut gemeint, mit einem Guten. Man wollte vielleicht sogar, ein wenig rebellisch, sozusagen das Eindringen des Bösen (der Mann aus der Fremde!, der Steinbruch-Lobbyist!, wen Köster auftut, der kann nur Böses im Schilde führen!) vehement verhindern! Warstein verteidigen!
Man hat es sicher gut gemeint. Und, der Spruch ist ja sattsam bekannt, gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht.
Bin ich enttäuscht? Ach was! Enttäuschung kommt von "Täuschung" - habe ich mich getäuscht? Ich meine: nein. Das Wahlergebnis entspricht ziemlich exakt dem, was ich die ganze Zeit vermutete und jedem sagte, wenn man mich danach fragte. Natürlich hofft man. Aber die realistische Basis aller Überlegungen war stets: Gödde ist eigentlich nicht zu besiegen. Vielleicht klappt's ja doch, aber es ist eher unwahrscheinlich. Ich hab das auch ständig, gegenüber den großen Parteien, auch gegenüber Maatz selbst, so gesagt.
Das war - so sehe ich das - der Fehler der beiden großen Parteien: davon auszugehen, dass allein das Wählerpotential der beiden Großen ausreicht, um Maatz ins Amt zu hieven. (Die Wählerinnen und Wähler folgen eben ihren Parteien nicht mehr blind! CDU und SPD haben noch im Rat die Mehrheit, nicht aber ihr/unser Kandidat.) Und man hat ihn sich zurückhalten lassen bzw. er selbst hat sich auch sehr wenig aus dem Fenster gehängt. Die Devise war offensichtlich: Möglichst keine Fehler machen, wie Angela Merkel, das reicht! Abgesehen davon, dass ein großes Misstrauen gegen den "Köster-Kandidaten" vorherrschte, hat er es darüberhinaus nicht geschafft, sagen wir: bei Nicht-Misstrauischen, als Persönlichkeit ("Stellen wir ihn uns mal als neuen Bürgermeister vor!") ein Gegengewicht zu Gödde darzustellen. Erst recht nicht, was Gefühlslagen angeht.
Mogle ich mich jetzt um eine Selbstkritik herum? Trifft auf uns das Obengesagte nicht auch zu?
Jetzt kommen wir in den Konjunktiv-Bereich: Hätten wir, wären wir ... Hätten wir uns nicht hinter Maatz gestellt, hätten wir sicher noch mehr dazugewonnen. Hätten wir einen eigenen Kandidaten aufgestellt, hätten wir noch mehr Eindruck machen können, hätten wir die Enttäuschung ("Also ich versteh das nicht, wie könnt ihr den Maatz ... Ihr mit eurem Profil!", sowas hörte man des öfteren) unter Sympathisanten vermieden.
Nun, viele Außenstehende können nicht das Gewicht der Frage, wer im Rathaus sitzt bzw. wie blockierend für die Entwicklung Warsteins Göddes Amtsführung ist, nachvollziehen. Es ist schon immer unsere Politik gewesen, das Gesamtinteresse voranzustellen, und das ging hier eindeutig auf den Versuch, im Interesse der Stadt Gödde abzulösen. Auch wenn es uns Stimmen kostet. Es war unsere Idee, angesichts der gestrichenen Stichwahl einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen - so weit bestand Konsens über heftig gepflegte Parteigrenzen hinweg -, und wir haben selbst den Alleingang und Fehlstart von CDU/SPD bei der Maatz-Präsentation in Kauf genommen, weil ja doch immerhin eine Chance bestand! Dann haben wir uns stark gemacht für einen profilierteren Wahlkampf, aber grundsätzlich hat sich die Maatz-Kampagne der Großen nicht verändern lassen.
Welche Fehler wurden gemacht?, wurde ich gestern abend von einer Journalistin gefragt. Fehler? Was hätte man denn anders machen sollen oder können? Als wäre eine Wahl die Stunde der Wahrheit, als "richteten" die Wähler! Eine Wahl ist allenfalls die "Stunde der Wirklichkeit", wo Wählerin und Wähler sozusagen ihr Gesicht zeigen ... That's Warstein - ich weiß nicht, was man anders hätte machen sollen.
Immerhin ein Zugewinn von einem Viertel! Großer Dank vor allem an die Grüne Jugend! Diese zweistelligen Ergebnisse - großartig!
So aktiv war unser Wahlkampf schon lange nicht mehr. Hat ja auch durchaus Spaß gemacht. Immerhin ging es ohne besondere Fiesheiten ab, das war vor 10/20 Jahren noch ganz anders! Vielleicht ist die Stimmung, die vorletzten Samstag auf dem Marktplatz herrschte, als man munter durcheinander stand, also viel politischer smalltalk zwischen den Ständen herrschte, ein gutes Vorzeichen für einen Neuanfang des politischen Umgangs. CDU und SPD - die beiden Großen haben ja immer noch die Mehrheit! - müssen lernen, dass sie so nicht gegen Gödde ankommen können, und Gödde nähert sich in dieser Rolle als Hauptamtlicher einer zweiten Amtszeit, in der man bekanntlich meist eine lame duck abgibt, die BG ist bekanntlich auch nicht zufrieden mit ihm, und BG und WAL/GJ, wir haben in letzter Zeit in vielem durchaus übereingestimmt, sind gestärkt - das deutet schon darauf hin, dass eigentlich einiges anders werden muss!
Das scheint mir unsere nächste Aufgabe zu sein: der Neuanfang. Denn allen, auch dem glücklichen Sieger, dürfte klar sein: So geht es nicht weiter!
Warstein, 31. August 2009 Werner Braukmann
Über Wahlkampf-Slogans
"Für alle, die mehr wollen" - ja, das ist doch endlich mal ein Wahlslogan, der die gesamte Normalpolitikunerträglichkeit, Wahlkampfwiderlichkeit und Anschleimerei auf den Punkt bringt, bzw. auf drei Pünktchen: F. D. P.
Dicht gefolgt von einem Sozialdramatisierungs-Plakat der Grünen: "Heute habe ich Englisch, Mathe und Hunger." Bekanntlich lässt ja der böse Agenda2010-Staat unsere Kleinen klassenweise schmachten und darben.
Auch prämiert werden sollte die Lippstädter Sozialdemokratie mit ihrer sensationellen Banal-Botschaft "Der Mensch im Mittelpunkt!"
Den Wahlkampf-Plakaten und -Parolen kann man unschwer ablesen, was die Parteien von ihren erhofften Wählern/innen halten. Sagen wir mal: wenig.
W. Braukmann (4. August 2009)
Vom Fehlen bei Ratssitzungen
Ein kleiner Nachtrag zu den dramatischen Rats-Sitzungen der letzten Tage:
Die Einstimmigkeit beim Grundschulbeschluss vom 15. Juli war ja auch der Tatsache verdankt, dass nicht viele Ratsmitglieder anwesend waren, vor allem nicht jene, die sich vehement für "eine neue Schule" eingesetzt hatten. Nun gut, es ist Urlaubszeit; aber wer glaubt denn wirklich, dass jene Protagonisten - alle - unabkömmlich waren?
Auch am 30. Juni, als jener unglückselige erste Beschluss gefasst wurde, klafften große Lücken im Rat - und bekanntlich gibt es dort keine Vertretungsregelung!
Wie leicht verzerren sich bei einer derartig laxen Anwesenheits-Disziplin die Mehrheitsverhältnisse, wie zufällig kann dann eine strittige Entscheidung getroffen werden!
Das Mandat im Rat ist etwas anderes als eine Mitgliedschaft im Kegel- oder sonstwelchem Verein, wo meine Anwesenheit kaum von Belang ist. Man darf durchaus die Erwartung hegen, dass das Mandat (das ja übrigens auch mit einer nicht geringen Aufwandsentschädigung versüßt wird) ernst genommen wird - und dass man zu seiner Meinung steht.
Werner Braukmann, 19. Juli
Tiefe Wahrheiten, große Gedanken, satte Formulierungen
Immer sehr verblüffend: die Zitate auf der ein wenig aufgedonnerten "yourzzfm"-Seite im Anzeiger. Wer möchte schon widersprechen, wenn da steht: "Heut ist das Wetter ja echt bescheiden, aber morgen wird's hoffentlich besser!" oder "Bin echt gespannt, was aus mir mal wird!" oder "Lese gerade die Zeitung ..."?
W. B., 18. Juli
"evening swimming"!
Heute abend, bis 22 Uhr, können Sie noch am Evening-Swimming teilnehmen im Forest-Free-Bath Hirschberg, dann aber ist To-Bed-Going und Deep-Sleeping angesagt, morgen dann Church-Going, Bear-Drinking, Midday-Eating, Walking, Coffee-Drinking, German-Learning ...
W. B., 17. Juli
Über den Bürgermeister-Kandidaten
„Beim Bürgermeisterkandidaten Frank Maatz ziehen drei Parteien an einem Strang. Politik verstehe ich wohl nicht und halte mich da lieber raus. Gruß M.“
Das schrieb mir dieser Tage, kurz&knackig, ein Bekannter. Ich habe dann nach einigen Tagen geantwortet:
Lieber M.,
ich denke, ich sollte doch mal einiges erklären …
Kurze Erklärung Nr. 1:
Ich könnte zunächst ganz verwundert reagieren und sagen: Ach, eigentlich wird in der Öffentlichkeit doch immer geklagt über die Uneinigkeit in der Politik, dass nicht alle an einem Strang ziehen. Jetzt tun sie’s mal – und dann isses auch wieder nicht recht!
Aber wenn ich ernsthaft so argumentieren würde, müsste ich heucheln. Denn ich bin ein heftiger Befürworter der Auseinandersetzung, des Streits, des Wettbewerbs in der Politik! Und „an einem Strang ziehen“: da habe ich ganz unangenehme Empfindungen … Also weiter:
Kurze Erklärung Nr. 2:
Es ist eigentlich ganz einfach und überhaupt nicht unverständlich: Die einzige Chance, in Warstein einen Wechsel im Amt des Bürgermeisters zu erreichen – und dieses Ziel ist für uns von Warsteiner Liste und Grüner Jugend von vorrangiger Bedeutung! –, ist ein gemeinsamer Gegenkandidat. Manfred Gödde ist populär, er ist sowieso Favorit, sollte der Wechsel überhaupt gelingen, dann nur so! So viel zur Gemeinsamkeit gegensätzlicher Gruppen.
Aber nun muss ich doch noch ausführlicher werden …
Etwas längere Erklärung Nr. 3:
Schuld ist die Landesregierung. Sie hat das Wahlgesetz in einem entscheidenden Punkt geändert. Und zwar ist die Stichwahl abgeschafft. Eine unangenehme Situation, vor allem für kleine Parteien bzw. Wählergemeinschaften. Wäre diese Änderung nicht erfolgt, wäre alles wie gehabt und es gäbe keinen Unmut, keine Verbitterung, keine Enttäuschung, kein Kopfschütteln usw. (immerhin haben wir einen Austritt zu verzeichnen, heftige Diskussionen, eine in der 25jährigen Geschichte der WAL unübliche interne Spannung, Rücktritt eines Kandidaten, Spitzen in Leserbriefen und vielleicht noch mehr Reaktionen, die mir unbekannt sind). Denn dann hätten wir wie die anderen auch einen eigenen Kandidaten/ eine eigene Kandidatin aufgestellt, um neben der Ratswahl auch an der Bürgermeisterwahl teilzunehmen, und bei der Stichwahl hätten wir, ohne Unmut zu erzeugen, uns dann für „das kleinere Übel“ ausgesprochen. Da es jetzt aber nur einen Wahlgang geben wird, müssen wir diese realpolitische Entscheidung schon vorab treffen, wenn uns daran liegt, dass die Stimmen „unseres Lagers“ nicht wirkungslos verpuffen.
Bürgermeister Gödde ist ein allseits geschätzter Mitbürger, der auch die Repräsentativ-Funktion seines Amtes weithin gut ausfüllt. Aber das Bürgermeister-Amt ist eine hauptamtliche Tätigkeit von großer Bedeutung: Das Rathaus muss geführt werden und der Erste Bürger steht für die Entwicklung der Stadt! In dieser Funktion enttäuscht Herr Gödde, wie zumindest alle Insider wissen – bis weit ins BG-Lager hinein. Die Entwicklung unserer Stadt dümpelt vor sich hin – nicht erst seit Manfred Gödde im Rathaus sitzt, zugegeben –, aber es muss sich dringend etwas ändern, dazu fühlen wir uns verpflichtet (das ist nicht zuletzt unser Eid als Rats- und Ausschussmitglieder!), lobenswerterweise über die Parteigrenzen hinaus. Also tragen wir einen gemeinsamen Kandidaten, von dem alle drei Gruppen überzeugt sind, von dem zumindest alle hoffen, dass er die Verhältnisse in dieser entscheidenden Position ändert und etwas bewegt.
Lieber M., was eigentlich ist daran unverständlich?
Nun hatte mir der liebe M. allerdings die allseits bekannten Hintergrundinformationen über den Kandidaten Maatz als Anlage beigefügt: dass im Wesentlichen Franz-Bernd Köster diesen Kandidaten gesucht und gefunden hatte, und zwar vermittelt durch den Mitarbeiter in seiner Kölner Kalk-Lobby, Herrn Benger aus Meinerzhagen …
Kurze Zwischenbemerkung Nr. 4:
Lieber M., findest du denn, dass man ernsthaft wegen dieser Informationen Abstand nehmen sollte vom Kandidaten Maatz? Zugegeben, diese Informationen machen nachdenklich. Aber: Welche Beweiskraft haben sie? Es ist schon heftig, Herrn Maatz mit diesem „Beweismaterial“ sogleich kackfrech zum „Steinbruchlobbyisten“ zu erklären, wie es etwa die „Linke“ tut, als würden wir damit quasi ein Trojanisches Pferd – in diesem Fall nicht aus Holz, sondern eher aus Kalk – in unsere steinernen Mauern lassen ...
Aber das ist noch immer nicht die ganze Wahrheit über die WAL/GJ und den Kandidaten M. So einfach ist das alles doch nicht. Es gibt da noch etwas mehr Uneinigkeit und Realpolitik. Also folgt die fünfte Erklärung.
Noch etwas längere Erklärung Nr. 5:
Wir pflegen in der WAL häufig weit in die Zukunft hinein zu denken (und bilden uns ein, wir wären die einzigen …). Und so sind wir schon vor etwa zwei Jahren erstens zu der Erkenntnis gelangt, dass sich in Warstein wohl nur Entscheidendes ändert, wenn es einen Wechsel im der Rathausspitze gibt! Und das ist nicht einfach, denn Manfred Gödde, obgleich er sicher auch viele Bürger enttäuscht hat, ist populär und dürfte, zumindest dank fehlender Alternativen, kaum Sorge haben, nicht wiedergewählt zu werden. Es zeichneten sich jedenfalls keine erfolgversprechenden Gegenkandidaten/innen ab, seine Rührigkeit in der Funktion als Repräsentant kommt gut an und viel Kritik prallt an der Schutzbehauptung ab: Wenn etwas schief laufe, dann liege das daran, dass man ihm Knüppel zwischen die Beine werfe. (Und in der Tat, die großen Parteien haben viel dazu beigetragen, dass diese Schutzbehauptung plausibel erscheint.)
Und so entwickelten wir in der WAL zweitens die Idee: Wir müssen uns zusammentun, ein gemeinsamer Kandidat muss her! Die beiden großen Parteien wurden angesprochen, ob sich schon Kandidaten bei ihnen abzeichneten und was sie von der Idee hielten. Nein, sie hatten noch nicht recht Kandidaten/innen ins Auge gefasst und, nun ja, man zweifelte, ob das wohl funktionieren würde – aber fand die Idee wohl doch ganz gut. Ja, und dann hörten wir lange nichts, sehr lange nichts, so dass wir davon ausgehen mussten – weil mittlerweile auch wegen des Politik-Schwenks in Sachen Trinkwasserschutz der Kontakt zwischen CDU/SPD und WAL sich verschlechterte –, dass man das Thema wie üblich verbaselt hatte. Aber nein, plötzlich präsentierten CDU und SPD doch einen gemeinsamen Kandidaten! Wer hätte das gedacht! Aber: Sie präsentierten ihn schlecht! Der Start war missraten, in vielfacher Hinsicht: Die Parteibasis war ein wenig oder ein wenig mehr vergrätzt, Franz-Bernd Köster stand im Vordergrund, Maatz selbst konnte/sollte sich nur auf Sparflamme präsentieren, sagte im Wesentlichen nur, dass er nichts sagen wolle, das Bild in der Öffentlichkeit war schwach – ja, und man hatte auch uns brüskiert. So gesehen, war es nun kein gemeinsamer Kandidat von drei Gruppen. Wir waren in einer blöden Lage und neigten dazu, doch einen eigenen Kandidaten aufzustellen, vor allem auch wegen der Tatsache, dass das ja nun ein handverlesener Kandidat sei und was wohl von diesem Herrn aus Meinerzhagen (siehe Hintergrundmaterial) zu halten sei … (Interessanterweise waren CDU und SPD wohl so berauscht, dass sie den Sieg auch ohne uns bereits in der Tasche wähnten. Milchmädchenrechnung: zwei große Parteien – da ist der Sieg doch sicher! Bekanntlich hatte bei der letzten Bürgermeister-Wahl der CDU-Kandidat im ersten Wahlgang mehr Stimmen als Gödde! Und dann, übrigens, hat sich damals die SPD für Gödde, zumindest gegen Wessel ausgesprochen …)
Achtung: Jetzt wird’s etwas abgehoben: Für uns stellte sich jetzt der übliche Konflikt zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik. Das meint: Sollen wir, wie man so sagt, uns treu bleiben und auf scharfe Konturen (und mehr Stimmen) Wert legen – oder gehen wir auf Kompromisskurs wegen der Verantwortung gegenüber dem GroßenGanzen, also in Hinblick auf die Hauptentscheidung, die Bürgermeisterwahl, die für uns ein Schlüssel für die Zukunft Warsteins ist, auch wenn wir uns damit selbst schaden?
Wir haben dann, wie sich das aus Fairnessgründen gehört, ein Gespräch geführt mit dem Kandidaten, und das lief nicht gut! Es folgte eine längere Diskussion mit den beiden Positionen: Ablehnung, eigener Kandidat! Und: Man müsse doch jede Chance ergreifen, um die katastrophale Politik des Rathauses zu ändern. Und Maatz sei immerhin ein Fachmann! Wieder dagegen: Gödde ist eh Favorit, also brauchen wir uns darüber keinen Kopf zu machen, also dass wir uns unverantwortlich verhielten und die Chance vergäben, daran mitzuwirken, dass es einen Bürgermeisterwechsel gebe, und dann hätten wir noch den Vorteil, dass wir bei dem öffentlichkeitswirksamen Bürgermeisterwahlkampf mit dabei wären ... In etlichen Gesprächen, u. a. einem mit Warsteiner Geschäftsleuten, die uns baten, unsere Position zu überdenken, damit sich endlich in Warstein etwas tue!, haben wir ein zweites Gespräch mit Herrn Maatz vereinbart. Auch die Grüne Jugend hatte noch einen eigenen Termin mit ihm. Und beide Treffen hatten dann doch einen recht positiven Eindruck zum Ergebnis. Man konnte sich diesen Kandidaten beim zweiten Blick recht gut auf dem Bürgermeisterhochsitz vorstellen! Und das Misstrauen gegenüber dem vermeintlichen Lobbyisten war schnell verflogen.
Der Mann ist spröde, zugegeben, zumindest anfangs, aber das muss in dem Amt ja nichts Schlechtes sein. Man denke an die Abwehr der Begehrlichkeiten! An seiner Selbstdarstellung und Ausstrahlung muss er noch arbeiten. Aber haben wir eine große Wahl? Es stehen die Genies nicht gerade Schlange beim Warsteiner Bürgermeister-Bewerber-Casting! Er hat immerhin drei große Vorteile: Er ist jung, kompetent und kommt von außen! Dass er nicht von einer Partei getragen wird, macht ihn überdies recht unabhängig gegenüber dem Rat. Es geht auch übrigens nicht nur um die Rathausleitung – auch da haben CDU/SPD eine sonderbare Strategie: Sie wollen gegen Gödde punkten, indem sie sagen, das Repräsentieren sollen die Ortsvorsteher übernehmen, er sitze dann da als kompetenter Rathauschef. Nein, ein Bürgermeister steht immer da als Hauptansprechpartner, auch wenn er nicht zu jedem Keglerball geht. Wichtig ist aber vor allem, dass er aus seinem Amtszimmer hinaus geht, hinein ins Warsteiner real life und die Blockaden in Warstein in Gesprächen, Gesprächen, Gesprächen versucht zu lösen, indem er Druck macht, Impulse setzt, Leute zusammenbringt, Warstein besser „verkauft“ usw. Und da habe ich schon den Eindruck, dass er dafür ein durchaus geeigneter Mann ist … (Man kann ja nur hoffen. Aber selbst wenn er enttäuschte: Schlimmer als jetzt kann es eigentlich nicht werden!)
Es gibt ja zwei Wahlen: die Stadtratswahl – und da treten wir gegeneinander an – und die Bürgermeisterwahl, und da haben wir nun als ernsthafte Kandidaten: Manfred Gödde und Frank Maatz. Die für Warsteins Entwicklung entscheidende Wahl ist die letzte, nicht wahr?
Pardon, das war jetzt etwas viel, aber das musste ich mal loswerden. Ich hoffe jedenfalls, ich habe klarmachen können, warum wir uns für ein Zusammengehen mit den ungeliebten Großen in diesem Punkt entschieden haben.
Warum eigentlich hält man die Politik/er immer für blöd?!
Mit besten Grüßen
Werner Braukmann (April 2009)
Über "Die Linke"

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Stellen wir uns mal vor, es wäre eine Nachfolgepartei der NSDAP gegründet worden, damals, zweite Hälfte ’45. Vergleiche hinken, denn einen „idealistischen Flügel“ kann man sich bei Nazis nicht denken (aber auch bei der SED kommt einem ein „reformerischer Flügel“ reichlich geschichtsblind vor!). Sagen wir also, da hätte man sich nach dem Zusammenbruch nicht wie die heutigen Dumpfbacken von Rechtsaußen darauf bezogen, die Nazi-Zeit gegen alle Evidenz im Rückblick zu verherrlichen, sondern man hätte ein legitimes Interesse, nämlich die entschlossene Vertretung nationaler Interessen, zur Grundlage einer, sagen wir, PDI (Partei des deutschen Interesses) gemacht und man hätte das ergaunerte Parteivermögen geschickt transformiert: Was gäbe es da – stellen wir uns vor, diese PDI hätte mehr als 5 % erhalten –, was gäbe es da für einen Widerstand gegen eine solche Nachfolgepartei des NS-Terrorregimes! Demonstrationen, Mahnwachen, kilometerlange Lichterketten! Niemand würde koalieren wollen mit dieser PDI, kaum reden würde man mit ihren Vertretern/innen, wären ihre politischen Positionen auch durchaus unverdächtig und ihre Kandidaten/innen „sauber“. Denn nicht allein Programm, Praxis und Personal sind entscheidend für das Ansehen, die Bedeutung und die Funktion einer Partei, auch ihre Position im Parteienspektrum und – ihre Geschichte.
Wie kann man nur zur PDS bzw. zur „Linken“ gehen?! Ich werde das nie verstehen. Sie zu wählen ist ja noch nachzuvollziehen – es denen da oben mal zeigen, die Verhältnisse aufmischen (obwohl: sie sind doch bereits hinreichend aufgemischt!) oder hinter den populistischen Forderungen aus Eigeninteresse stehen. Aber beitreten? Mitglied werden in einer Nachfolgepartei der SED, die zwar Kritik übt an DDR und SED, immerhin, aber deren Mitgliedschaft zu einem großen Teil aus ehemaligen Vertretern/innen des DDR-Regimes besteht, aus deren Kreisen immer mal wieder Stimmen laut werden, um die politischen Positionen der DDR wiederauferstehen zu lassen, Tatsachen zu verleugnen oder DDR-Geschichte zu beschönigen?
Nun sollen die DDR und die NS-Zeit nicht auf eine Stufe gestellt werden, mitnichten. Keine Phase der Weltgeschichte kann mit dem deutschen Faschismus auf eine Stufe gestellt werden. Die NS-Zeit mit (vor allem) dem Holocaust war der Tiefpunkt der Weltgeschichte. Man kann sogar viel Verständnis aufbringen für die Gesellschaftsidee, die hinter dem Kommunismus stand – obwohl dieses Gesellschaftsmodell bei Gründung der DDR durch die Erfahrungen mit dem Stalinismus schon hinlänglich und gründlich entzaubert war –, wie auch für den Versuch, nach ’45 ein besseres Deutschland aufzubauen gegen den naziverseuchten Westen. Es gab viele, wie etwa Wolf Biermann, die in die DDR gingen, um dieses linke Projekt zu unterstützen. Zu berücksichtigen sind auch die vielen Probleme, die sich die DDR mit diesem Vorhaben einhandelte, sich und ihrer Bevölkerung, von der Sowjetunion demontiert, vom Westen angefeindet und von der eigenen Bevölkerung zu Tausenden fluchtartig im Stich gelassen.
Was wiegt aber ein sozialistischer Ansatz – handwerklich überdies schlecht umgesetzt – gegen die Verletzung der elementarsten gesellschaftlichen Werte: Freiheit und Menschenrechte?! Die DDR hat gemordet, gefoltert, die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung eingeschränkt, sie bevormundet, ihr nur einen dürftigen Lebensstandard ermöglicht, die Meinungsfreiheit mehr als unterrückt – es war eine verlogene Gesellschaft, die sogar die nächsten menschlichen Beziehungen zerstörte durch ein System der totalen Bespitzelung. Ein korruptes, kriminelles, widerwärtiges Staatswesen, besonders abscheuerregend wegen einer hochgehaltenen und zugleich verratenen Moral. Man könnte sagen, dass dies alles Kollateralschäden bei der Verwirklichung einer gesellschaftlichen Utopie waren – man könnte das sagen, wenn man der Meinung ist, dass der Zweck die Mittel heiligt –, aber wo bitteschön waren denn noch welche gesellschaftlichen Idealvorstellungen zu erblicken?
Niemand hätte etwas dagegen, wenn sich Kritiker der derzeitigen Verhältnisse im vereinigten Deutschland zu einer linken Partei zusammengetan hätten. Auch eine Ost-Partei, die die problematische ökonomische Einvernahme durch den Westen zu Thema macht, wäre ein durchaus ehrenwertes Projekt. Aber sich als Linke in der Tradition von Aufklärung, Bürgerfreiheitskämpfen und internationaler Solidarität in eine DDR-Traditionslinie zu begeben, ist schlicht inakzeptabel, politisch widersprüchlich und moralisch verwerflich.
Jedes Wort, jede Aktion seitens der „Linken“ ist entwertet durch die kriminell-repressive Tradition, in der man sich befindet. Das ist bedauerlich für ehrenwerte Personen der Linken (mal abgesehen von Lafontaine, einem Skandal für sich). Aber es ist erst recht inakzeptabel, dass SPD und Grüne nun rotrotgrüne Projekte anzustreben (Respekt vor Frau Metzger!). Die Grünen hätten die Politik in Hessen mitbestimmen können (in einer Regierung zusammen mit Herrn Koch, der solchen moralischen Ballast nicht verkörpert wie die „Linke“), nun sind sie Opposition. Dabei sind die SPD und vor allem die Grünen die einzigen, die gänzlich unbelastet sind durch die DDR-Vergangenheit. Haben sich doch CDU/CSU und FDP durch die Kooperation mit den nicht minder schäbigen Blockflöten-Parteien politisch versündigt. Anders als die SPD, die nur zu sehr auf Kooperation mit den Herrschenden gesetzt hatte statt auf Kontakte mit der Opposition, wie sie die Grünen gepflegt haben!
Es rächt sich, dass kein klarer Schnitt gemacht wurde zur DDR-Vergangenheit. Zumindest formell ist dies in Sachen NS-Vergangenheit erfolgt, sonst gäbe es Parteien wie eine PDI oder Gesetze wie in der Türkei, die den Völkermord an den Armeniern leugnen und „Angriffe auf das Türkentum“ mit hohen Gefängnisstrafen belegen.
Linke sollten sich schämen, die „Linke“ zu bejubeln, zu begrüßen oder sonstwie aufzuwerten. Wieso demonstrieren, warum kämpfen sie eigentlich nicht, so wie sie sich ansonsten antifaschistisch engagieren, gegen den Dunst, aus dem „Die Linke“ kam?
Werner Braukmann, 24. April 2009
PS Aber waren wir Linken aus der 68er Generation nicht für den Sozialismus, waren wir nicht Freunde der DDR, als sie noch existierte? Nein! Mehrheitlich war die Studentenbewegung „undogmatisch“, sprich: nicht orientiert an Moskau und Ost-Berlin, suchte vielmehr nach dritten Wegen. Aber zugegeben, bei aller Abneigung gegen den „real existierenden Sozialismus“ wurde die DDR noch zu wenig kritisch gewesen, man wusste wenig (und wollte es so genau wohl auch gar nicht wissen) und sah dem „anderen Deutschland“ vieles nach …
Kandidat Nr. 5, Nr. 6, Nr. 7 …
Es gibt weitere Kandidaten für das Warsteiner Bürgermeister-Amt, wie uns jetzt nach eingehenden Recherchen bekannt wurde:
Ferdi Tacke, Warstein/Stimm-Stamm
„Wenn man wie ich seit geraumer Zeit vom Lörmecke-Turm aus sieht, was in Warstein so abgeht, dann wäre es unverantwortlich, nicht zu kandidieren!“
N. N.*, Investor im Bergenthal-Komplex
„Man muss nach vorne schauen. Spielsalons sind die Zukunft. Ich muss verhindern, dass die Stadt mich erneut daran hindert, einen Spielsalon zu eröffnen, wie ich es im alten „Plus“ vorhatte. Ich möchte Warstein voranbringen – ganz Warstein soll ein Spielfeld werden! Ein Las Vegas im Sauerland!“
Gerd Caspary, Belecke
„Schon Marc Aurel, oder war’s Konfuzius?, nein: Sokrates sprach einstens: Ich weiß, dass ich keine Ahnung habe. Sinngemäß. Eingedenk dieses Spruchs eines Philosophen und meines zuvor getätigten gründlichen Nachdenkens sehe ich mich gedrängt, die Geschicke der Stadt im Sinne der tiefen Einsichten weiser Männer zu lenken.“
Otto Nelken, Warstein
„Du objektoj estas senfinaj: la universo kaj homa stulteco, sed mi ne certas pri la universo.” (Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher. Albert Einstein)
Mit Esperanto an die Weltspitze – ich kandidiere!"
Jo Brockmann, Belecke/Warstein
„Ein erfolgreicher Vermarkter muss her – wer wäre da geeigneter als ich?! Habe ich nicht gezeigt, dass man trotz Steinbruch-Kulisse einen Laden aufziehen kann, der brummt? Graue Stadt hat Zukunft!“
Karl Jacobs, Waldhausen
„Das muss ich doch wohl nicht groß begründen …!“
..........
* Name ist im Rathaus bekannt
W. B., 17. März 2009
Saurer die Glocken nie klingen
Welchen Sinn soll es eigentlich haben, dass sonntags um 6 Uhr in der Frühe die Glocken läuten? Ein Gottesdienst findet nicht statt. Eine besondere Botschaft wird nicht vermittelt. Tradition?
Aber auch Traditionen lassen meist noch einen Sinn erkennen. Indes Glockengeläute um sechs Uhr in der Frühe, sonntags ...?
Vielleicht Bevölkerungspolitik?
W. B., 8. März 2009, 6.15 Uhr
Kroll-Schlüter 70
Hermann Kroll-Schlüter, unser ehemaliger Bürgermeister*, ist 70 geworden. Wir hatten fünf Jahre lang „das Vergnügen miteinander“ in der Warsteiner Stadtvertretung, als starke grüne Opposition (12,5%), nach unserem Einzug in den Rat 1984 bis zu seiner Abwahl 1989 – und wie immer bei Rückblicken wird’s ein wenig wehmütig: Ja, damals, da gab es noch Auseinandersetzungen! Da war die Welt noch sauber in Rechts und Links geteilt, klare scharfe Gegnerschaft. Aber mit Niveau. Gekämpft wurde darum, eine Stelle für eine Frauenbeauftragte zu schaffen, für einen Umweltbeauftragten, es ging um die Verhinderung der Privatisierung der Putzdienste, die Verlebendigung des Kulturlebens, die Verhinderung unsinniger Straßenum- und -neubauten, mehr Personal in Kindergärten und vieles Weitere mehr. Und um eine Verlebendigung des politischen Lebens von Warstein, nicht zu vergessen.
Wie schroff die Gegensätze waren: zwei fremde Welten! Sozusagen ein „Kampf der Kulturen“. Aber: Da wurden noch Argumente ausgetauscht! Die Ratssitzungen wurden kompetenter geleitet! Politische Kultur auf recht hohem Stand! – Dagegen die politischen Gremien heute: ein Bild des Jammers!
In diesem Sinne, nachträglich einen herzlichen Glückwunsch an den Ex!
Werner Braukmann, 3. März 2009
*1975-1989, vorher Belecker Bürgermeister
Lob der Schlichtheit - eine etwas andere Tagebuchnotiz
10 Euro in die Kitsch&Phrasen&Klischee-Kasse, wer noch einmal - wahnsinnig originell! - "Yes, we can!" ausruft, seinen Mitbürger, so er mal einen Gedanken absondert, gleich zum "Querdenker" erhebt, seinen Laden marketingmäßig aufbrezelt, indem er auf die Karosserie pinselt "Werkstatt und mehr", "Brötchen und Co." oder sich gleich machtvoll von der Konkurrenz absetzt: "Das etwas andere Studio ...". Und natürlich ist die vorgeschlagene Lösung immer nachhaltig! Und man schaut immer nach vorn, und zwar zeitnah!
W. B. 22/2/09
Konkrete Antworten lösen bei Ihm überhaupt keine Euphorie aus ...
Also, es ist ja bekannt, dass Politiker in Interviews oft ausweichend antworten. Sie wären ja auch schön blöd, allzu konkret zu werden - weil's ihnen dann später aufs Butterbrot geschmiert würde: "Aber am 23. Oktober haben Sie doch im Focus unmissverständlich gesagt ..."
Die Kunst besteht eben darin, wie man nicht antwortet. und da verspricht unser neuer Nicht-Wilhelm zu Guttenberg - der "Frankenblitz" Spiegel online - ja ein wahrer Meister zu sein bzw. zu werden. Interview mit dem Amtsneuling in der "Frankfurter Allgemeinen":
Was hält der Wirtschaftsminister zu Guttenberg von Mindestlöhnen?
Mindestlöhnen stehe ich skeptisch gegenüber.
Heißt das, mit Ihnen wird es in der Zeitarbeit keine geben?
Das Thema löst bei mir überhaupt keine Euphorie aus.
W. B., 21. Februar 2009
Pech aber auch: Gödde darf nicht mehr in die Warsteiner Öffentlichkeit!
Das hat er nun davon ...
Haben Sie's gelesen? Am Valentinstag brachte die Zeitung die Nachricht, dass die Mitarbeiter der Warsteiner Verwaltung bis zur Wahl nicht mehr, nur in Ausnahmefällen, an "(partei)politischen Veranstaltungen" teilnehmen dürfen. Verfügte der Bürgermeister.
Wir verstehen: Wahlkampf ist ein schmutziges Geschäft - überhaupt: Parteien!, igitt! - und das Rathaus will neutral bleiben! Die "knappe Personalkapazität" werde "dringend für die originäre Verwaltungsarbeit benutzt".
Das müsste dann natürlich vor allem für den obersten Mitarbeiter, den Amtsleiter höchstselbst gelten, der ja sozusagen sein eigener Werbeträger ist! Da wird jedes Geburtstagsständchen zum Wahlkampfeinsatz.
Also, dann stürzen wir uns mal in die ordinäre, pardon: originäre Verwaltungsarbeit und bleiben hübsch brav am Schreibtisch!
W. B., 17. Februar
Oberwasser für Tiefengewässer
Na, geht doch! Warum immer so pessimistisch?! Da werden den Steinabbauunternehmen doch tatsächlich - um im Bild zu bleiben - Steine in den Weg gelegt! Die "Schneider-Linien" (Abbaugrenze) sind zu tief angesetzt, heißt es im Kreisumweltausschuss, Verfüllungen stehen an, wo Wasser zutage getreten ist - den Abbau in die Tiefe können die grauen Herren jedenfalls fürs erste vergessen!
Werner Braukmann, 14. Februar 2009
PIUS-Berg?
Da macht jemand einen drolligen Vorschlag: Sollte man den PIUS-Berg jetzt nicht besser umbenennen?
W. B. 13. Februar 2009
Eine Info-Tafel für den Zehnthof!
Das bedeutendste historische Gebäude Warsteins ist der Zehnthof am Fuße der Alten Kirche, der Spaziergänger steht jedoch vor diesem durchaus eindrucksvollen Bau und findet keine Information! Keine Inschrift, keine Tafel klärt uns auf über die Geschichte dieses jahrhundertealten "Finanzamts". (Es soll mal eine Info-Platte an der Fassade gehangen haben, sie sei aber zerstört oder entwendet worden.) Aber wäre es nicht angebracht, für eine - gesichertere - neue Tafel zu sorgen? Überhaupt die gesamte Umgebung wirkt wenig einladend, die 08/15-Straßenlampe, der Torbogen ...
Man könnte sich übrigens gut ein originelles Lokal in diesem Gebäude vorstellen!
W. B. 21.1.2009
Zum Weitblick des Türmers
Vom Lörmecketurm aus hat man nicht wirklich den Überblick über die Warsteiner Verhältnisse. Was man sieht, ist weit entfernt, verschwindet oft im Dunst (Staub) - man kann eigentlich nur seine Vorstellungen von den Warsteiner Verhältnissen dort verarbeiten.
W. B. 20/1/2009
Der Warsteiner an sich oder Nirgendwo ist es so schlimm wie hier!

- So sieht unsere Stadt bei Wikipedias aus ... - Fotograf: Harald Köster

- Foto Archiv

- Foto privat

- Foto privat
Warstein – nichts wie weg! Ein schrecklicher Ort, dieses Warstein, ganz schrecklich, ein fürchterliches Nest: so abgelegen, weitab vom Schuss, am Ende der Welt, absolute Provinz! Hier ist die Welt mit Brettern zugenagelt, und nicht nur die Welt …! Nimm die Warsteiner: schreckliche Leute, ganz schrecklich! Der Warsteiner an sich: das Allerletzte (die Warsteinerin natürlich auch!) Hier in Warstein läuft nichts, überhaupt nichts, tote Hose, kein Mensch möcht’ hier begraben sein; die Warsteiner kriegen’s einfach nicht gebacken (aber alles kaputt) – sag mal, wie kann man hier nur leben!? Also echt, versteh’ ich nicht! Wenn eben möglich: raus, ab, weg von hier! Und zwar schleunigst! Es gibt ja viele schreckliche Orte, zugegeben, aber nirgends, wirklich nirgends ist es so schlimm wie in Warstein!
Hab ich’s recht getroffen? Sind Sie auch dieser Meinung? Ist das exakt Ihre Sicht der Dinge? Ja dann …
Nicht nur Warsteiner sind Anti-Patrioten
Es ist schon merkwürdig, welcher Selbsthass in uns Deutschen wütet. Wir mögen unser Land nicht, nicht wirklich, also eigentlich überhaupt nicht, wir sind dauernd weg, weil klimabeleidigt, und fürchten nichts so sehr wie am Strand, auf der Promenade oder in der Trattoria auf Deutsche zu treffen. Und dann das deprimierende Wiedernachhausekommen! Bei der erstenbesten Gelegenheit machen wir wieder die Fliege. Oder setzen uns ganz ab: Deutsche wandern in großer Zahl aus, weil sie sich in einer nachgerade feindlichen Umgebung wähnen ... Was das mit Warstein zu tun hat? Nun, Entsprechendes gilt auch für die jeweilige Heimatstadt:
Nicht nur in Warstein nämlich ist es besonders schlimm, auch in Balve, Marsberg und erst recht in Gießen; auch Soester schimpfen über ihre „jämmerliche Kleinstadt“ und Bielefelder (Treffen wir uns nicht in dieser Welt/ dann treffen wir uns in Bielefeld!) und Hamenser und nicht zu vergessen die Hagener, aber auch Kölner („Dieser Karneval!“) und und und. Demnach sollten wir besser all jenen paradox lokalpatriotischen Meinungen misstrauen, die Warstein insofern hervorheben, dass sie Ort&Bewohner als besonders schlimm erachten. (Warstein ist also doch etwas Besonderes …)
Es "fetzt" immer nur in größeren Städten ...
Ein Café in Warstein eröffnen? Der Betreiber wär ja schön blöd, das läuft doch nie in Warstein! Ein Kino? Kannste vergessen! In Soest, ja, da würde das laufen! Aber dort, bitteschön, gammelt auch das „Universum“ vor sich hin, das neue Einkaufszentrum am Bahnhof floppt und etliche Läden stehen leer oder schließen gerade. Außer der Allerheiligenkirmes ist doch in Soest nix los, schimpfen Soester und verweisen auf nächstgrößere Städte, voller Neid. Da spielt die Musik! Deren Bewohner sehen das aber wieder ganz anders und beklagen die provinziellen Seiten ihrer Stadt im Verhältnis zur nächstgrößeren … Und so könnte man fortfahren.
Ich möchte die Situation Warsteins nicht schönreden, nur: Es ist relativ normal, was sich hier an den Ausläufern des Piusbergs abspielt: Warstein ist wenig anschaulich, das ist bekannt, und hier tut sich nicht viel, aber wir haben auch ungünstige Standortbedingungen im engen Tal der Wäster. Immerhin rundherum viel Natur, wenig Arbeitslosigkeit, eine vorzügliche Versorgung im Bereich Lebensmittel, ein gutes Angebot an Kindergartenplätzen, günstigen Baugrund … Aber das reicht nicht, ich weiß, es geht um urbane Lebensqualität! Was mehr zählt, weil das Fehlen ins Auge springt: kein großräumiges Café, kein Kino, keine Flaniermeile, wenig Alternativen beim Einkauf – aber viel Verkehr.
In Warstein ist vieles schief gelaufen – aber das liegt nicht einfach „an Warstein“, „an den Warsteinern“, „am Rathaus“. Man muss die Situation schon gründlicher analysieren.
Lähmung allerorten
Da gibt es keine spürbaren oder erfolgreichen Initiativen von der Stadt aus, um Warstein „nach vorne“ zu bringen. Keine Ideen, keine Impulse, keine Gespräche in nennenswerter Form. Dass sich ein Verein „Stadtmarketing“ bildete, ist bezeichnend – denn eigentlich wäre es Chefsache, für die Stadt Marketing zu betreiben! Apropos Stadtmarketing: Als der Verein nach vielen Sitzungen am Runden Tisch, befördert von der allgemeinen Forderung, dass sich „endlich mal was tun muss“, um die Stadt zu pushen, dass das wer in die Hand nehmen muss, als da der Verein tatsächlich gegründet wurde, da gab es sofort wieder Animositäten und man verhinderte, dass dieser neue Verein, wie vorgesehen, eine Koordinationsstelle für alle entsprechenden Aktivitäten wurde. Der Verkehrsverein nämlich – Zusammenschluss vieler, nicht aller Warsteiner Geschäftsleute – ist eine ziemlich müde Einrichtung, die dringend frischen Wind braucht. (Belecke macht es uns mit witzigen Aktivitäten vor, wie man ein wenig mehr Leben in die Stadt bringt!) Beim Touristik-Verein ist es ähnlich. Aber sie wollten sich nicht mit dem Stadtmarketing-Verein zusammentun. Es geht uns noch nicht schlecht genug.
Und last not least fehlt da – von einigen Ausnahmen wie beispielsweise den „Freunden des Bullerteichs“ abgesehen – ein bürgerschaftlicher Geist in Warstein: Die kleinstädtische Warsteiner Gesellschaft bringt über die Vereinskultur hinaus keine Initiativen hervor, die sich um die Gemeinschaftsanliegen kümmern und die die Grundlage für eine wünschenswerte Stadtentwicklung böten.
Wo soll der Optimismus auch herkommen?
Es ist ein Trauerspiel! Man möchte ab und zu tatsächlich dem Aberglauben verfallen, dass die Misere eben doch durch einen besonderen Charakter Warsteins verursacht sei, dass Initiativen hier in einer Art Bermuda-Dreieck einfach verschwinden, dass Warsteiner immer dagegen sind, gegen alles. Aber ist es denn verwunderlich, dass steinabbaugeplagte Warsteinerinnen und Warsteiner kein Zutrauen mehr zu Verwaltung und Politik haben, oder die Leidtragenden des nervtötenden Schwerverkehrsaufkommens in der Innenstadt oder auch Stadtmelancholiker, die seit Jahren mitansehen, wie in ihrer Stadt systematisch der Innenbereich abgebaut wird: Kindergarten, Progymnasium, Haus Segin, dann die Rangezudeckelung, die Marktplatzverödung, um nur einiges an Fehlplanungen anzuführen. Wie will man da frohgemut Stadtentwicklungsoptimismus erwarten?!
Da braucht es viel Einsatz, Ideen und Mühe, um wieder eine bessere Vertrauensbasis zu schaffen, viel Öffentlichkeitsarbeit, Gespräche über Gespräche an runden, eckigen, kleinen oder großen Tischen oder Stehtischen und Theken, um Leute zusammenzubringen und die vielen unausgeschöpften Talente zu nutzen, die Warstein zu bieten hat, um unkonventionelle Ideen zu entwickeln, statt nur irgendwas, das man bei der letzten Kegelfahrt in Bad Berleburg, Schmallenberg oder Höxter gesehen hat, nachzumachen in Richtung einer 08/15-Stadtentwicklung (Springbrunnen etwa).
Ist Warstein gar verwunschen?
Warstein ist in einer schweren Krise. Das hat seine Gründe. Aber es liegt nicht daran, dass Warstein ein besonders schlimmer Ort sei, verwunschen geradezu und bewohnt von schrecklichen Menschen, mit denen keine Zukunft zu gestalten, nur eine schönere Vergangenheit zu beweinen ist. Mit derlei Weisheiten macht man es sich zu einfach und zu bequem. Hier braucht’s stattdessen einen ganz gewaltigen Ruck!
Werner Braukmann (16. Januar 2009)
Der Jacobsweg von Waldhausen nach Sichtigvor
Eine schöne Szene in Beziehungsknatschkomödien: wenn einer der beiden Liebeskampfkontrahenten einen Dritten bittet, er möge doch „dem Herrn X.“ oder „der Dame Y.“ – der/die Gemeinte sitzt direkt in Hörweite! – ausrichten, dass das Essen angerichtet sei oder er/sie sich vom Acker machen möge oder was weiß ich.
So ähnlich kommt es einem vor, wenn man liest, dass der unverwüstliche Rebell von der Haar, Waldhausens Ortsvorsteher Jacobs, eine Botschaft auf folgendem Umweg – über die Öffentlichkeit nämlich – an den Adressaten bringt: Er bitte den „Anzeiger“ um den Abdruck eines kurzen „Leserbriefs“: „Lieber Kirchspiel-Ortsvorsteherkollege Friedel Sprenger, besten Dank für die N i c h t -Einladung zur Kreiseleinweihung und der Skulptur!“
Dabeisein ist alles! Ach, wenn doch alle Konflikte vor Ort gar so harmlos wären …
Werner Braukmann (7. Januar 2009)
Die vergessene Warsteiner Revolution: der "Patriotenkrieg"
Von 1789 bis 1794 erlebte Warstein eine lokale Revolution, den "Patriotenkrieg". Kleinbürger rebellierten gegen den Magistrat, man stürmte das Rathaus mit Mistforken - "... und es fehlte nicht viel, daß aufm Rathauß Ströhme von Bürgerblut gefloßen wären", hieß es verschreckt in amtlichen Aufzeichnungen. Auswärtiges Militär musste geholt werden, um die Aufständischen niederzukämpfen; der Anführer floh, wurde angeschossen und verblutete in einer Hütte im Wald.
Dramatische Geschehnisse - aber weiß man in Warstein davon? Kaum. Am Rande nur findet der Patriotenkrieg Erwähnung in den spärlichen Aufarbeitungen der Warsteiner Geschichte. Dabei: Vielleicht erklärt sich über diesen "Patriotenkrieg" der rebellische Geist, der vielbeklagte Geist des Widerstands "gegen das Rathaus", der nach wie vor in Warstein vorherrscht ...? (Tragen wir Warsteiner ein "Patriotenkrieg"-Gen in uns?)
Der Anführer der Rebellen hieß Peter Struif, sein Gegenspieler war der Geheimrat Pape - besser hätte auch ein Romanautor die Namen nicht erdenken können! Mitrebellen tragen auffällig aktuelle Namen: Cramer, Eßfeld, Friederizi, Goeke, Hencke, Hense, Heppelmann, Cruse, Peters, Tacke ... Und auf der Gegenseite, man kann ihn sich richtig vorstellen: Stadtsekretär Seißenschmidt.
Nach ihm - Seißenschmidt - ist eine Straße benannt in Belecke. Aber an die frühdemokratischen Kämpfer um Peter Struif erinnert nichts! Keine Straße oder Gasse, keine Gedenktafel, kein Denkmal.
Geschichtsvergessenes Warstein.
(Es gibt eine Aufarbeitung dieses Kapitels der Warsteiner Geschichte: Bernd Mues "Der Warsteiner Patriotenkrieg (1789-1794)". Sowieso-Verlag, Warstein 1989. 47 Seiten. Die Arbeit kann zum Selbstkostenpreis von 4 € über uns bestellt werden.)
Werner Braukmann (29. Dezember 2008)
Über Verwandtschaft
Ich frage mich, ist es eigentlich von Vorteil, mit Bauer Heinrich verwandt zu sein? Oder nicht doch eher ein Nachteil ...?
W. B. (28/12/08)
Kleine Nachhilfestunde aus gegebenem Anlass - heute über Populismus, Fundamentalismus und Rechtsstaat
Plötzlich ist viel von Populismus die Rede. Klingt wie „populär“. Ist es das Gleiche?
Mitnichten: Wenn etwas oder jemand gut ankommt, bekannt ist, beliebt ist, warum auch immer, dann spricht man von populär. Von Populismus spricht man, wenn ein Politiker seine Politik darauf ausrichtet, gut anzukommen.
Der Unterschied erscheint gering, ist aber erheblich: Wer verantwortliche Politik betreibt, für den sind die Kriterien seines Handelns nicht die hohen Werte der Zustimmung im Wählervolk. Was ja nicht heißt, dass man etwas dagegen hätte, gut anzukommen – das ist in einer Demokratie, die auf Zustimmung basiert, nun fast unvermeidlich –, aber jedenfalls macht man sich nicht davon abhängig! Eigentlich müsste es einem sogar egal sein! Kriterium des Handelns eines verantwortlichen Politikers ist vorrangig die Richtigkeit, die Nachhaltigkeit, die Verantwortbarkeit (habe ich was vergessen?) seiner Politik. Und diese Politik muss, wenn sie richtig ist, auch gegen die (Stimmung in der) Bevölkerung durchgezogen werden! Aber man bemüht sich natürlich darum, Anklang zu finden, und nicht selten kommen unbequeme Politiker auch tatsächlich gut an. Dann honoriert das Wahlvolk, dass jemand gute Politik macht.
Populismus meint nun, dass es einem Politiker nur um Zustimmung geht, dass er sich und verantwortbare Politik verrät, nur um Macht zu be- oder erhalten, dass er allein dem Volk nach dem Mund redet und Versprechungen sowie Wohltaten aus dem Füllhorn austeilt, auf Kosten der Zukunft. Im Glauben, die Wählerinnen und Wähler würden das honorieren. (Was oftmals netterweise nicht der Fall ist.)
Fundamentalismus – ebenfalls ein relativ neuer Begriff, meint in etwa ideologisch, verbohrt, prinzipienorientiert, orthodox, radikal. Man geht von seinem „Fundament“ aus, also den Grundlagen der eigenen politischen Gruppe, bzw. an das Fundament, so wie ein Radikaler an die Wurzel geht (lat. „radix“, vgl. Radieschen), so wie man „gründlich“ handelt, also auf den Grund gehend. Eigentlich ja eine wünschenswerte Sache: Ein Zahnarzt sollte nicht Symptome kurieren und Schmerzmittel verteilen, sondern dem peinigenden Zahn an die Wurzel gehen!
Fundamentalismus gibt’s auch im Ideologischen (fundamentalistischer Terror, Gottesstaatherbeibomber) - hat also mit „fun“ wenig zu tun! In der Politik meint „fundamentalistisch“, wenn jemand ein aus seiner Sicht wünschenswertes Ziel – kein Atomrisiko z. B. – zu konsequent angeht, zu konsequent jedenfalls für eine pluralistische Gesellschaft, die in der Regel auf Kompromisse baut.
Jetzt muss man in der Politik aber schon mal entschieden vorgehen – Kompromisse kann man immer noch eingehen – und dann werfen einem die politischen Konkurrenten, die das Bestehende für unveränderlich halten, Fundamentalismus vor – und nennen sich selbstveredelnd: Realpolitiker.
Rechtsstaat ist eine feine Sache, aber schwer zu ertragen. Endlich kann ein Machthaber mich nicht einfach, nur weil ihm meine Nase nicht oder meine Partnerin sehr gefällt, in den Tower werfen, verschwinden lassen, morden oder foltern. Jedes Individuum genießt Rechtsschutz, z. B. dass man als unschuldig zu gelten hat, solange man nicht rechtskräftig verurteilt ist. Das ist manchmal schwer zu ertragen: etwa wenn ein terroristischer Mörder nach 26 Jahren freigelassen wird oder dass ein wegen Kindesmissbrauchs Angeklagter von einem Rechtsanwalt engagiert verteidigt wird. Rechtsstaat heißt, es gibt Gesetze, die regeln – und nicht Launen. Und sie gelten gleich. So ist eine hässliche Garage im Bestand geschützt, auch wenn Nachbarn den „Schandfleck“ gern abgerissen sähen. Und so genießt auch die Steinindustrie Rechte und braucht nicht ihre Bohrer, Bagger und Brecher einzupacken, nur weil wir Warsteiner Krach&Dreck&Beben endgültig satt haben. Unsere Stadt geht vor die Hunde – aber die Verschandelung ist Rechtens! Auch wenn das ein Recht ist, das weiter geht als andere und weithin unverständlich ist, da es kein Allgemeininteresse schützt bzw. befördert. (Und man möchte nicht wissen, ob bei der Wahrnehmung und beim dem Ausbau dieses Rechtes alles mit rechten Dingen zugegangen ist …)
Eines jedoch ist völlig brühne: Dass Warsteiner Politiker beflissen Rechtsstaat rufen, als wäre man beim Automatenknacken in flagranti ertappt worden, wenn nur das berechtigte Interesse an einem Ende des (War)Stein-Abbaus laut wird! Da darf sich Herr Wienert nicht wundern, wenn man seine CDU (Calcium-Devon-Union) für eine Kalkstein-Lobby hält.
Werner Braukmann (23. Dezember 2008)
Über Leserbriefe
Was klagt Udo Schmallenberg über viele und lange Briefe? Er muss sie doch nicht lesen!
Werner Braukmann (22. Dezember 2008)
Bildungsnetzwerk: gute Idee!
Da wurde jetzt das „Bildungsnetzwerk des Kreises Soest“ im Belecker Schulzentrum eröffnet. 100 wichtige Leute waren gekommen, um – ja, hm, wozu eigentlich? 108 Zeilen im „Anzeiger“ (vom 20. November) kann man durchforschen und erfährt lediglich, dass nun endlich die Schulen „vernetzt werden sollen“ – aha! Geht’s vielleicht ein bisserl konkreter? Dochdoch: „Wir wollen Erfolge sichern und die Qualität ausbauen.“ Ach so …, gute Idee! „Ziel ist es, alle Schulen im Kreis Soest zu unterstützen und individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen.“ Hm. (Beiseite gesprochen: Ist nicht eigentlich Schule immer schon individuelle Förderung gewesen?) Und es soll ein Bildungsbüro eröffnet werden.
Liebe Tagebuch-Leser/innen: Haben Sie evtl. nichts verstanden? Dann sind Sie sicher ein Pisa-Opfer, Opfer des sozial selektiven, förderungsfeindlichen, da unvernetzten dreigliedrigen Frontalunterrichtsschulwesen! Zurück auf Los! Ab ins regionale Bildungsbüro. Ein Fall für die individuelle Förderung!
Werner Braukmann (21. Dezember 2008)
Mehr Öffentlichkeit für W.!
Warstein macht nicht viel her. Es gibt Orte, die angesagter sind: Münster, Kopenhagen, New York ... Aber hier in Warstein leben wir nun mal! Und daher hätten wir auch in unserem kleinen Warstein mehr Öffentlichkeit verdient!
Berlin kennt jeder. Die Sehenswürdigkeiten, die Plätze, fast jede Straßenecke, auch Besonderheiten aus der Geschichte Berlins, Szene-Trends, selbst alltägliche Begebenheiten in den Straßen der Hauptstadt erfahren eine hohe Aufmerksamkeit – und erst recht die politischen Abläufe im Regierungsviertel rund um die Reichstagskuppel! Wer aber kennt Warstein außer uns Warsteinern? Trockels Knäppchen, die „Freunde des Bullerteichs“, den sensationellen Wahlerfolg der WAL anno 1984 von 12,6 Prozent und den blutigen Warsteiner „Patriotenkrieg“ 1789 bis 1794? Immerhin ist die Marke „Warsteiner“ weltweit bekannt wie auch der Suttroper Quarz, mit dem Selbstmord eines Hüttendirektors eröffnete der „Spiegel“ seinerzeit eine Reportage über die erste bundesdeutsche Wirtschaftskrise 1967 und der Paderborner Erzbischof kommt aus dem Warsteiner Ortsteil Belecke. Hab ich ’was Weltbewegendes vergessen?
Ja, aber das ist doch auch kein Wunder, wird man mir jetzt ungeduldig und kopfschüttelnd entgegenhalten: Warstein ist ein uninteressantes Provinznest, Berlin ist eine angesagte Metropole!
Warstein ist nicht Düsseldorf!
Is’ klar: Berlin hat eine überregionale Bedeutung, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, Karlsruhe und Rothenburg ob der Tauber auch, Warstein aber nicht! Is’ klar. Bin ja nicht blöd. Aber dennoch …
Auch wenn unser W. überregional kaum eine Rolle spielt und selten die Aufmerksamkeit auf sich zieht, so ist ja nicht unwesentlich, was hier alltäglich vor sich geht! Das Warsteiner Zeitgeschehen ist von der gleichen Wichtigkeit für seine Bürgerinnen und Bürger wie das, was in der bayerischen Hauptstadt passiert, für die Münchnerinnen und Münchner bedeutsam ist. Aber es wird nicht so viel Aufhebens darum gemacht!
Kaum kritische Aufmerksamkeit
Warum haben wir nicht wenigstens anteilsmäßig ein bisschen aufmerksam-kritische Öffentlichkeit wie größere Städte? Warum kann, mal abgesehen von gelegentlichen journalistischen Sternstunden, etwa von Reinhold Großelohmann im „Anzeiger“, hier in unserem kleinen Ort W. einfach so vor sich hin gewurschtelt werden, ohne dass danach ein Hahn kräht, ohne dass unsere Würdenträger Gefahr laufen müssen, ausgelacht zu werden oder, für beachtliche Leistungen, auch mal gebührend mit Lob bedacht zu werden? Wo sind die vielen kritischen oder wenigstens aufmerksamen Augen? Wird überhaupt mitgedacht? Und wenn: Die Intelligenz, mit der andernorts die Entwicklung verfolgt wird, die findet hier jedenfalls keine öffentliche Sphäre!
Was ich meine? Nun, in größeren Städten findet das kulturelle, wirtschaftliche, politische Geschehen Beachtung, wird registriert, diskutiert, zeitigt Konsequenzen. In kleineren Städten wie W. wird kaum kritisch nachvollzogen, welche Entwicklung W. nimmt, es gibt keine Diskussionsforen, keine Zeitschrift, mal abgesehen von einer arg meckerigen Leserbrief-Kultur.
Ein Schützenkönig auf der Flucht
Wissen Sie noch, dass die Zeitschrift „Tempo“ mal den früheren Bürgermeister Kroll-Schlüter mit dem Plan eines Aids-Lagers foppte? Dass hier wegen einer kleinen Pocken-Epidemie Quarantäne-Stationen am Stadtrand eingerichtet wurden? Dass skandalöserweise das alte Progymnasium am Markt abgerissen wurde? Dass es Tote durch Steinschlag im Steinbrüchen gab? Wie sehr uns das Kolpinghaus als öffentlicher Versammlungsraum fehlt? Dass W. einer der wenigen Orte ist, in dem sich eine Zeitung neu mit Erfolg etablierte (der Anzeiger kam Mitte der 70er Jahre neu nach W., wo es schon zwei Redaktionen gab, und wurde immer größer)? Und der Spielzeugladen Friederitzi hatte Erfolg bei einem Fassadenwettbewerb, obwohl die Blumen in den Fensterkästen aus Plastik waren! Und der Schützenkönig auf der Flucht … und die Späße von „Club Leichtsinn“ … und Jürgen von Manger im Fernsehen über das Warsteiner Schützenfest …
Man kann nicht erwarten, dass ein Zeitgenosse aus Berlin, Bayreuth oder Berleburg sich voller Aufmerksamkeit auf Nachrichten aus W. stürzt, aber wenigstens Warsteiner hätten verdient, dass es hier eine kritische, zumindest aufmerksame Öffentlichkeit gibt. Das ist immer auch der heimliche Zweck der Aktivitäten im Umfeld der WAL gewesen – die Umtriebe des Kulturvereins „Sowieso“, die Zeitschrift „Abseits“ und eben unsere etwas andere Kommunalpolitik –, nämlich: Öffentlichkeit zu schaffen!
Dies ist unser Ort, hat Beachtung verdient!
Und wieder mal wollen wir diese Bemühungen fortsetzen, aber anders, jedenfalls mit einem anderen Medium – in Form eines Internet-Tagebuchs (Blogs). Hier soll folglich – wenn wir das tatsächlich schaffen/durchhalten – mit kleinen und großen Texten, Reflexionen und Glossen, Anregungen und, nun gut, wenn nötig, auch mit Meckereien das Tag-für-Tag-Geschehen in unserer kleinen Stadt W. aufmerksam-kritisch begleitet werden – begleiten Sie uns dabei!
Wie? W. ist Ihnen scheißegal? Aber Sie leben hier doch! Das kann Ihnen/uns doch nicht egal sein, was hier passiert! Zugestanden: Hamburg ist schöner, in Köln ist mehr los, Berlin ist bedeutsamer, dennoch: Dies ist, right or wrong, unser Ort!
Werner Braukmann (20. Dezember 2008)















