Projekt im Risse-Gelände blockiert Entwicklungen in der Innenstadt
Das Zakowsky-Einkaufszentrum im Rissegelände – ein Glücksfall? Mit dem sogenannten „Generationenvertrag“ zwischen der Fa. Risse und der Stadt Warstein wurde der Traum einer lukrativen Zweitverwertung eines Firmengeländes durchgepeitscht und CDU und SPD stimmten diesem Coup mit lauter Schwärmerei zu. Und die Quintessenz: Statt der versprochenen Initialzündung für die Stadtentwicklung treten alle Planungen seitdem auf der Stelle.
Der Vertragstext enthielt bereits all den Sprengstoff, der das Projekt letztlich hat implodieren lassen, so die Warsteiner Liste. Alle Ratsmitglieder hätten die Passagen über den beabsichtigten Steinabbau mitten in Warstein gelesen, die WAL hat aufgrund dessen das Projekt abgelehnt, eine große Mehrheit stimmte trotzdem willig und lauthals begeistert zu.
Die einzige unumstrittene Lösung und Voraussetzung für die Reorganisation der Warsteiner Innenstadt blieb dabei auf der Strecke. Die Verwirklichung der Ortskernumfahrung Warsteins durch den Tunnel ist wiederum viele Jahre hinausgeschoben, verlorene Jahre für Warstein, so das Resümee der Warsteiner Liste.
Leider scheint das alles die Begeisterung für das Risse-Zentrum seitens SPD und CDU immer noch nicht geschmälert zu haben. Das Risse-Zentrum sei ein Impuls, ein deutlich positives Signal, das das bestehende Zentrum aufwerte und vervollständige, so die beiden Fraktionen in ihrer Stellungnahme.
Die WAL fühlt sich stattdessen voll darin bestätigt, dass dieses Projekt, so wie es angelegt ist, für die Stadt ein riesiger Klotz am Bein ist, der die Lösung unserer Innenstadtproblematik nach wie vor verhindert.
Man könnte ja etwas beruhigter sein angesichts der lauten Bekundungen von SPD und CDU, niemand wolle die Oberhagenwand antasten. Im Gegensatz dazu steht nur ein gerade mit Zustimmung dieser Fraktionen in Auftrag gegebenes Gutachten, in dem noch einmal „alle technisch realisierbaren Lösungsmöglichkeiten“ zusammengetragen und gegeneinander abgewogen werden sollen. Immer noch wird getüftet und begutachtet, um der Felswand so nahe wie möglich zu kommen, um so die potentielle Gewerbefläche für das Risse-Zentrum zu maximieren, so die Warsteiner Liste.
Warstein wäre stattdessen viel mehr geholfen, wenn man sich im Rat der Stadt dazu durchringen würde, die Straße in sicherer Entfernen zur Felswand, in ausreichendem Abstand zum Naturschutzgebiet Oberhagen, durch das Gelände des ehemaligen Steinbruchs zu führen, wie schon im Sommer letzten Jahres von der Warsteiner Liste vorgeschlagen. Die WAL wisse darum, dass der Profit für die Eigner des Risse-Geländes wohl niedriger ausfallen würde. Damit wäre allerdings der Weg für die nächsten Schritte zur Verwirklichung der Ortsumfahrung frei.
Wenn dann B55n in trockenen Tüchern wäre, könnten sich die restlichen Bereiche des Risse-Geländes im Zusammenhang mit der Hauptstasse als Ergänzung zur Innenstadt entwickeln. Die Warsteiner Liste würde es begrüßen, wenn dann zum Beispiel das Rathaus und ähnliche Dienstleister in dorthin umziehen würden. So könnten im Kernbereich die nötigen Flächen für die Ergänzung des Einzelhandelsangebotes freigemacht werden.
Der Bau der Tunneltrasse würde das Zentrum vom Durchgangsverkehr entlasten und die Einzelhandelsgeschäfte würden sich im Kernbereich sammeln und ein erweitertes Einkaufssortiment auf fußläufig gut erreichbarem Raum in attraktivem Umfeld bieten. Mit Blick auf die zunehmend sinkende Einwohnerzahl ist das nach Einschätzung der WAL die adäquate Zielperspektive.
Bernd Belecke (WAL-Fraktion) 9. März 2008


