Widerworte

Mittwoch, 1. Sept.: Nichts als Worte ... - "sturzpräventiv"! >


Dagmar Hanses - unsere Abgeordnete im Düsseldorfer Landtag

 

Wir lassen uns das Wasser nicht abgraben

Stellungnahme zur Harmonie-Veranstaltung von CDU und SPD

 

„Wir lassen uns das Wasser nicht abgraben!“ Das war die sehr deutliche und unmissverständliche Positionsbestimmung der Warsteiner Politik zu Beginn dieses Jahres. Dahinter sollte die Politik auch keinesfalls zurückweichen, fordert die Warsteiner Liste (WAL) angesichts der von CDU und SPD überraschend anberaumten „Harmoniegespräche“ zwischen Steinindustrie und Wasserwirtschaft. Aufgrund des unübersehbaren Interessenkonfliktes sei das von den großen Parteien angestrebte friedliche, gedeihliches Miteinander von Steinabbau und Trinkwasser „ja wohl illusorisch“.

 

„Mittelfristig nein“ beantworten die Steinbruchbetriebe in Warstein die Frage, ob die Grundwasserabsenkungen und Grabungen unterhalb der Grundwasserlinie auch hier beabsichtigt seien. Nach Einschätzung der WAL ist dies allerdings kein Entgegenkommen, sondern lediglich eine realistische Zeitschätzung, denn die Genehmigung des Steinabbaus in neuen Tiefen dauert halt ihre Zeit.

Fakt ist, die Steinindustrie will die Grundwassermarke auch hier im Umfeld unserer Trinkwasserquellen unterschreiten, und Fakt ist auch, dass dies mit erheblichen Risiken für die Warsteiner Wasserquellen verbunden ist, die wir - angesichts der hervorragenden Wasserqualität - nicht akzeptieren können. Die Warsteiner Bevölkerung ist in höchster Alarmbereitschaft und empfindet das Vorhaben als größte Beeinträchtigung der hiesigen Umwelt- und Lebensbedingungen!

 

Werfen wir einen Blick zurück: „Das Risiko für unsere Wasserversorgung ist, allen gegenteiligen Verharmlosungen zum Trotz, zu groß, als dass wir uns auf ein solch abenteuerliches Vordringen in die unergründlichen Tiefen des Warsteiner Gesteins leisten können“, so CDU, SPD, BG, WAL und FDP noch im Frühjahr dazu.

Eine alternative Wasserversorgung mit Oberflächenwasser oder Uferfiltrat will niemand. „Die Hillenberg-Quelle versorgt die Stadt preisgünstig mit Grundwasser höchster Qualität – das ist ein Standortvorteil, den man in Zeiten bedrohter Umweltbedingungen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen darf“, so die gemeinsame Erklärung aller Parteien.

Die WAL: Als Stadt müssen wir doch nicht wirklich erst ins Grübeln kommen, um zu entscheiden, was für uns oberste Priorität hat und wofür es alles in die Waagschale zu werfen gilt, wenn wir so vor die Alternative Stein oder Wasser gestellt werden.

Daher verwundert es, wenn SPD und CDU an ein „konstruktives Miteinander von Steinabbau und Trinkwasser“ glauben. Wer dazu die Interessen beider Seiten „gleichberechtigt erörtern“ will, der verabschiedet sich schon im Vorhinein von dem gemeinsam klar definierten Ziel verantwortlicher Stadtpolitik.

 

Stattdessen gilt es den vom Rat in Gang gesetzten Planungsprozess mit aller Konsequenz voranzutreiben, um wissenschaftlich fundiert eine Aussage zu treffen, wie weit der Abbau getrieben werden darf (bis hier hin und nicht weiter), ohne dass daraus Gefährdungen für die Wasserversorgung erwachsen!

Darüber hinaus möchte die Warsteiner Liste die Risiken für die Flora und Fauna in den angrenzenden Bereichen berücksichtigt wissen.

Will die Steinindustrie ihren Abbau auf weitere Bereiche ausdehnen, dann muss sie im Rahmen dieser Bauleitplanung vorab nachweisen, dass dies keine Risiken begründet und das „klarer, als man es bislang von ihr gewohnt ist“, so die WAL.

 

Warsteiner Liste Okt. 2007



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