Widerworte

Mittwoch, 1. Sept.: Nichts als Worte ... - "sturzpräventiv"! >


Dagmar Hanses - unsere Abgeordnete im Düsseldorfer Landtag

 

Offenbarungseid in Sachen Höhle/Bilsteintal - Bürgermeister sollte endlich personelle Konsequenzen ziehen

Zum Ersten der historische Tiefststand der Höhlenbesucherzahlen in 2008, zum Zweiten das Eingeständnis des zuständigen Revierförsters Dictus, dass sich seit 1985 an der Höhle nichts getan hat, und zum Dritten die ausweichende Auskunft des Ausschussvorsitzenden Wüllner, man befinde sich hinsichtlich der Planungen zur „BilSteinZeit“ noch in der Findungsphase: Deutlicher hätte die Bankrotterklärung der Verantwortlichen für Höhle und Bilsteintal nicht ausfallen können, so die Fraktion der Warsteiner Liste. Verwundert zeigte man sich auch über den Langmut, oder sollte es eher Gleichgültigkeit sein, mit der die politischen Vertreter im Ausschuss für Kultur und Touristik diese miserable Bilanz unkommentiert durchgehen ließen.

Von fehlender Kreativität und nicht vorhandenem Sachverstand in Sachen Marketing zeugen nach Ansicht der WAL die beiden Verwaltungsvorschläge, mit denen man die aufgelaufenen Defizite kompensieren will. Einschränkungen der Öffnungszeiten, Personalkosteneinsparungen zu Lasten der Höhlenführer und erhöhte Eintrittspreise in der Hauptsaison mögen zu Vielem beitragen, sicher aber nicht zu steigenden Besucherzahlen, so die WAL. Dabei hätte es doch vielleicht zu denken geben sollen, dass von den über 50 Schauhöhlen in Deutschland keine einzige zur Hauptsaison die Besucher mit Aufschlägen abzuhalten versucht – Warstein ist hier ´Vorreiter´. Im Kreis der Fraktion, die sich in den zurückliegenden Jahren regelmäßig mit Vorschlägen zur Attraktivitätssteigerung des Bilsteintals und der Höhle eingebracht hat, erntete dieses Vorgehen nur Kopfschütteln.

Sieben Jahre sind nun vergangen, in denen man rund 50.000 Euro für Gutachten ausgegeben hat, von denen keines das Geld wert war. Dieses beständige Vergeben neuer Gutachten wurde der Öffentlichkeit als planerische Aktivität verkauft, gebracht hat es gar nichts, so die WAL. Im Gegenteil: Mit Verweis auf die im Hintergrund laufenden Planungen wurden sinnvolle und notwendige Maßnahmen sogar behindert. Einziger Effekt: Die Besucherzahlen befinden sich im freien Fall.

Und es hätte so einfach sein können, meint die Warsteiner Liste, wenn man die von Stefan Enste, einem ausgewiesenen Kenner des Tals, bereits 2001 vorgelegten Planungen aufgegriffen hätte. Stattdessen phantasiert man seit Jahren von Großinvestitionen, einem eingezäunten Areal und Geierkäfigen. Herr Wüllner als Ausschussvorsitzender und die verantwortlichen Mitarbeiter der Verwaltung hängen offensichtlich auch weiterhin der BilSteinZeit nach. Dies alles sei so unrealistisch wie unerwünscht, denn spätestens mit der Einzäunung wäre das Naherholungsziel für den Hauptteil der Besucherschaft, die Familien aus Warstein und Umgebung, gestorben, ist sich die WAL sicher.

Schon zu Beginn 2008 scheiterte der letzte, mit neuerlichen Gutachten aufgepeppte Versuch, für dieses Konzept Fördermittel oder Zuschüsse zu bekommen. Die Bezirksregierung stufte das Projekt nicht als förderungswürdig ein – hatte man denn wirklich etwas anderes erwartet? Spätestens in diesem Moment, so die WAL-Fraktion, hätte ein Bürgermeister als Leiter der Verwaltung personelle Konsequenzen ziehen müssen. Statt dessen beauftragte Bürgermeister Gödde ausgerechnet diejenigen Personen, die diese untauglichen Planungen betrieben und aktiv zur Blockade jedweder Entwicklung beigetragen haben, erneut damit, es doch gleich noch einmal zu versuchen und mit den verbliebenen Mitteln irgendetwas zu tun, mit welchem Ziel auch immer.

Fast ein Jahr später steht man seitens der Verwaltung wieder mit leeren Händen vor dem Ausschuss und angesichts erneut gesunkener Besucherzahlen präsentierte man die hohle Phrase, jetzt müsse aber etwas passieren. Aber auch diese Untätigkeit hat beim Bürgermeister kein Umdenken bewirkt. Verwaltungsleitung und Personalführung finden durch Bürgermeister Gödde einfach nicht statt.

Nach Auffassung der WAL ist es dringend geboten, dass der Bürgermeister handelt und aus diesem Dilemma umgehend personelle Konsequenzen zieht. Das touristische Pfund Höhle und Bilsteintal muss in andere verantwortliche Hände gegeben werden.

Geprüft werden sollte nach Auffassung der Warsteiner Liste auch, ob sich nicht mittelfristig ein Trägerverein der Höhle und des Wildparks annehmen kann. Ein bürgerschaftliches Engagement wäre der Garant dafür, dass dieses vor allem für die Bevölkerung unserer Stadt und unsere Nachbarn wichtige Naherholungsziel allen Einsparrunden zum Trotz erhalten bliebe und alle Einzäunungsphantasien endgültig der Vergangenheit angehören würden.

Alle über die Jahre von der WAL eingebrachten Impulse und Vorschläge zur Entwicklung von Höhle und Bilsteintal sind unter "Positionen" nachzulesen.

(Vergrößerung des Bildes von den Riesen)

Bericht des Warsteiner Anzeigers zu der Ausschussitzung für Kultur und Touristik

Bericht der Westfalenpost in gleicher Sache

17.02.09




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