Entlastung der Familien von Kindergartengebühren - Impuls gegen das Schrumpfen der Warsteiner Bevölkerung
Angesichts erschreckender Bevölkerungsprognosen für Warstein plädiert die Warsteiner Liste für deutliche Signale und gemeinsame Anstrengungen, um die Trendwende zu schaffen. „Wir werden uns mit diesem Abwärtstrend nicht abfinden!“, war sich die Fraktion einig und fordert anlässlich der Entscheidung über die zukünftigen Kindergartenbeiträge vom Stadtrat am kommenden Montag einen kräftigen Gegenimpuls. Auf Vorschlag der WAL sollten die Familien zukünftig von Kindergartengebühren freigestellt sein und die Kosten durch eine allgemeine Umlage finanziert werden.
In den nächsten 15 Jahren wird unsere Bevölkerung in Warstein drastisch altern und schrumpfen. Dieser allgemein zu registrierende Trend fällt in Warstein allerdings besonders heftig aus. Warstein wird 2020 mit 14 von 100 den geringsten Anteil Einwohner unter 18 Jahren und mit 34 von 100 den höchsten Anteil Einwohner älter als 60 Jahre beheimaten. Die Einwohnerzahl, 2005 waren es rund 28.700, wird um weitere 2000 zurückgehen.
Diese drastischen Umbrüche erzwingen einschneidende Konsequenzen für die noch vorhandene Infrastruktur der Ortsteile. Die Kindergarten-, Schulstandorte und -angebote werden ausgedünnt. Visionen von blühenden Einkaufslandschaften platzen. Warstein als Wirtschaftsstandort verliert. Gewohnten Vereinsstrukturen und –angeboten schwindet die Basis. Leer stehende Wohnungen und Häuser, nicht nur Ladenlokale, werden das Ortsbild vor allem in der Innenstadt prägen. Kurzum, Warstein wird kaum wieder zu erkennen sein und 2020 ist nicht weit hin.
Im Zusammenhang mit der Befreiung der Familien von Kindergartengebühren bieten sich aus Sicht der Warsteiner Liste zwei Ansatzpunkte, um eine Trendumkehr zu erreichen: Werden die Kosten der Kinderbetreuung in Tagesstätten zukünftig von den Warsteinern insgesamt finanziert, z.B. über die Grundsteuer, dann ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass Familien in Warstein seitens der Bevölkerung ausdrücklich erwünscht sind. Nach Überzeugung der Warsteiner Liste würde dies die Entscheidung junger Paare für ein Kind erleichtern und so die Geburtenrate erhöhen. Vor allem sollten aber gebührenfreie Kindergartenjahre geeignet sein, junge Familien nach Warstein zu ziehen. „Wir müssen versuchen, vor allem die, die Warstein zwecks Studium oder Ausbildung verlassen, zurückzuholen, wenn sie an eine Familiengründung denken“, formuliert die WAL das Ziel ihres Vorschlages. „Die Kinder- und Familienfreundlichkeit sichert uns Warsteinern eine lebenswerte Zukunft in unserer Stadt!“
Erklärung der WAL-Fraktion Bernd Belecke, Okt. 2006.


